
Die Fassade
Die Fassade
Die Fassade
Audiotranskription
Dank sorgfältiger und perfekt überdachter Restaurationsarbeiten erstrahlt die vom linken Abteiturm und dem rechten Glockenturm eingefasste Fassade in all ihrem Glanz und ihrer Schönheit. Tuffstein wechselt mit aus der Gegend stammendem Marmor ab. Unlängst stattgefundene Restaurationsarbeiten haben unter dem Tympanon ein in Stein gehauenes Jüngstes Gericht ans Tageslicht gebracht.
Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Fensterrose ist das Werk des Bildhauers Brioloto, der mit Hilfe von Adamino di S.Giorgio das Kunstwerk mit weiteren, die Wechselhaftigkeit des menschlichen Schicksals darstellenden allegorischen Skulpturen ausschmückt hat. Nicht von ungefähr wird sie auch das “Schicksalsrad” genannt. Die erste Figur stellt einen von einem Thron gestürzten Menschen dar, der sich nachdem er ausgiebig vom Unglück gebeutelt wurde, wieder aufrichtet und erneut den Thron besteigt. Das auf diese Weise gedeutete Schicksal hebt die Nichtigkeit aller irdischen Güter hervor. Der Betrachter soll ermahnt werden, sich nicht zu sehr an irdische Güter zu klammern, da er dieser von einem Augenblick auf den andern auch wieder beraubt werden kann. Nur Törichte vertrauen einzig und allein dem Glück, was sie zum Gespött der anderen macht. Zwei als Stützen dienende Löwen tragen die um 1138 in der Werkstatt von Niccolò entstandene Portalüberdachung. Der Bildhauer hat rechts vom Portal Marmorfliesen geschaffen, die Szenen aus der Schöpfungsgeschichte, wie die Vertreibung aus dem Paradies, Mutterfreuden und die tägliche Arbeit der Stammeltern, die Schöpfung Evas, den Sündenfall, die Schöpfung der Tiere oder die Schöpfung Adams, und zwei Szenen aus dem Leben Theoderichs darstellen. Links vom Portal bringt der Schüler Guglielmo seine Künste anhand Darstellungen von Begebenheiten aus dem Neuen Testament zum Ausdruck: der Verrat Judas, Kreuzigung, Flucht nach Ägypten, Christi Taufe, die drei Könige, Einführung Jesu in den Tempel, Christi Geburt, Verkündigung, Mariä Heimsuchung. Auf dem linken Architrav: Aus einem einzigen Marmorblock gehauen, ein den Rahmen auf den Schultern tragenden und mit den Händen haltenden alter, bärtiger, mit gekreuzten Beinen sitzender Atlant: auf der Außenseite, zwischen Blendbögen, die Darstellung der Monate: Dezember, versinnbildlicht durch den Transport von Holz, Januar durch einen sich vor dem Feuer aufwärmenden Mann, Februar durch einen Baumschneider. Auf der Innenseite: September, versinnbildlicht durch einen Weinkelterer, Oktober durch das Sammeln von Eicheln für die Schweine und November durch die Schlachtung des Schweins. Auf der unteren Seite des Blockes ist ein geflügeltes, mit einem Ziegenbockkopf versehenes Ungeheuer zu sehen. Am Ende des rechten Architravs ist ein bartloser kauernder Atlant zu finden. Auf den Außenseiten, zwischen den auf kleinen Säulen angebrachten Blendbögen, sind die Monate März, versinnbildlicht durch einen Doppelhornspieler, April durch ein Blumen haltendes Mädchen und Mai durch einen Reiter dargestellt. Auf der Innenseite sind die Monate Juni, versinnbildlicht durch einen Obst lesenden Mann, Juli durch einen Schnitter und August durch einen Mann der ein Fass ausbessert, dargestellt. Die untere Seite zeigt ein geflügeltes Ungeheuer. Der Bereich der Lünette über der Portalüberdachung ist mit einer Platte dekoriert, auf der in der Mitte der segnende Zeno und links zwei Reihen mit Bogen und Schwert bewaffneter und ein Banner tragender Soldaten und rechts eine Reitertruppe zu sehen sind.
Die Kirche durch die Kunstwerke erleben



